Das Rössle wird nicht länger wandern

Rückblick:

Der Verein Rössle-Regional e.V. hat 2007 mit der Ausgabe der Regionalwährung begonnen. Anfang 2011 nahmen 53 Unternehmen an diesem freiwilligen Gutscheinsystem teil. Es hatten sich 263 Verbraucher und 13 Vereine registriert. Was zunächst recht lebendig klingt, reduziert sich aber im Alltag auf eine kleine Gruppe aktiver Nutzer. Einige machen „nur auf dem Papier“ mit, weil sie die Idee gut finden, von den Ausgabestellen und Läden aber viel zu weit entfernt wohnen, um den Gutschein im Alltag tatsächlich sinnvoll nutzen zu können.

 

Doch die Entwicklung stagniert seither. Die recht aufwändige Abwicklung des Gutscheinsystems forderte alle aktiven Kräfte des Vereinsvorstandes und der verbliebenen aktiven Mitglieder. Für Vorträge, Werbung, Akquise und Mitgliederbetreuung blieb gar keine Zeit mehr. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, weitere Aktive ins Boot zu bekommen, wurde das Ziel, in Stuttgart eine Regionalwährung zu etablieren, aufgegeben.

 

Mit der Regionalwährung haben die Initiatoren ein Werkzeug geschaffen, das den Menschen die Bedeutung geschlossener Wirtschaftskreisläufe deutlich machen und die regionale Wirtschaft unterstützen kann. Ein Anliegen, dessen Bedeutung durch die aktuellen Entwicklungen in Europa und Amerika überdeutlich wird.

 

Eine Regiogeld-Initiative im Chiemgau, die als Vorbild für das Projekt diente, entwickelt sich hingegen prächtig - besonders seit der Einführung des elektronischen Chiemgauers. Mittlerweile können Unternehmer sogar zinsfreie Mikrokredite in Chiemgauern beantragen. Träger der Initiative ist jedoch längst keine Schülerfirma und auch kein gemeinnütziger Verein mehr, sondern eine Genossenschaft. Die REGIOS – Genossenschaft (www.regios.eu) bietet inzwischen als Dienstleister eine Art Baukastensystem zur Umsetzung von Regionalwährungen.

 

Rücktausch restliche Rössle-Scheine:

Die derzeit noch im Umlauf befindlichen Rössle-Scheine können bei allen teilnehmenden Geschäften noch bis Ende des Jahres 2011 ausgegeben werden. Anschließend wird ein Rücktausch nur noch in den Rücktauschstellen oder nach telefonischer Absprache bis Ende 2012 möglich sein.

Die Unternehmen und Geschäfte werden von uns kontaktiert und der Rücktausch wird dann abgewickelt.

 

Vorausschau Regionale Stuttgarter Stadtteilwährung:

Nachdem wir uns zur Beendigung des jetzigen Regiogeldes entschieden haben, haben sich noch einige Interessierte gefunden, die sich für eine Stadtteilwährung ausgesprochen haben. Diese wird von unserem Verein natürlich unterstützt. Sollten Sie Interesse an diesem Projekt haben und sich beteiligen wollen finden Sie hier weitere Inforamtionen:

regiogeld-stuttgart.de

 

 

Wir bedanken uns bei allen teilnehmenden Verbrauchern und Geschäftsleuten für Ihr Vertrauen und Ihr Engagement. Wir alle haben in diesem kleinräumigen Geldexperiment wertvolle Erfahrungen sammeln können und so dazu beigetragen, dass die gesellschaftlichen Auswirkungen unseres Geld- und Finanzsystems stärker ins Bewußtsein rücken. Unser Wunsch ist es, dass unsere Gesellschaft im Krisenfall zur solidarischen Kooperation findet und nicht in egoistischer Konkurrenz zerrüttet. Wir hoffen, dass wir dazu mit unserem Engagement einen kleinen Beitrag leisten konnten.